• silvia1479

Pflanze des Monats Mai 2021 - Brennnessel


Urtica dioica

Heilpflanze, Nesseltuch und Düngemittel alles in einem.

Rudolf Steiner (1861-1925 Begründer der Anthroposophie) bezeichnetete sie als die grösste Wohltäterin des Pflanzenwachstums. „Allerweltskerl, sie müsste dem Menschen ums Herz wachsen, denn sie ist das in der Natur, was das Herz im menschlichen Organismus ist.“

Sie ist schon seit dem Altertum als Heilpflanze bekannt. Ob Hippokrates, Hildegard von Bingen oder Hieronymus Bock - sie alle verordneten die brennende Pflanze bei den unterschiedlichsten Beschwerden. Eine Anwendungsweise war beispielsweise rheumakranken Patienten mit frischen Brennnesselzweigen zu schlagen. Durch die Hiebe und das Brennnesselgift kam es zu einer angenehmen Erwärmung und Rötung der betroffenen Hautpartien, die für eine Weile den Rheumaschmerz in den Hintergrund treten liessen.

Heute wird die Pflanze überwiegend zur Behandlung von rheumatischen

Erkrankungen und Prostatavergrösserungen eingesetzt sowie für Frühjahrskuren,

die die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben, entschlacken und das Blut reinigen sollen. Während der Stillzeit zur Anregung der Milchbildung, als natürliches Mittel zur Erfrischung und Belebung der Kopfhaut bei Schuppen und Haarausfall.

Sie sind auch eine gute Medizin für das Vieh.

Die meisten Gärtner betrachten sie nur als lästiges Unkraut. Ihre guten Eigenschaften als Heilpflanze, kostenloser Düngelieferant und Gemüse für die Küche machen sie aber sehr wertvoll für Garten und Menschen.

Brennnesseln zeigen stickstoffhaltige Böden an und sind wichtige Futterpflanzen für Schmetterlinge wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Landkärtchen, Admiral und Zitronenfalter.

Aus dem Stängel kann man Textilfasern herstellen, da er ähnlich wie der Lein sehr lange und feste Bastfasern besitzt. Sie sind so faserig, dass man sie früher zu Garn versponnen und dann zum Weben verwendet hat. Sie sind wahrscheinlich die ersten Pflanzen, die in Europa versponnen wurden. Die Stängel wurden zum Faulen in den Bach gelegt, die bastartigen Fasern wurden gebündelt, geklopft, gekämmt und versponnen. Noch immer wird daraus der Stoff für Leinenhemden oder feinster dünner „Nesselstoff“ gewebt. Dieser feine Stoff wurde früher ausschliesslich für die besten Halstücher verwendet.

Man sollte die Brennnessel mit Handschuhen pflücken, aber wird man dennoch

gestochen helfen Spitzwegerichbätter, einfach auf der Haut zerreiben bis der

Pflanzensaft austritt.

Bei der Brennnessel brennen nur die feinen Haare an der Blattunterseite, sie verlieren ihre schmerzhafte Wirkung schon beim Waschen, auf jeden Fall aber beim Blancieren. Frisch im Salat einfach klein schneiden.

Das Brennen sollte einen nicht abschrecken, wenn man bedenkt

wie gross der Reichtum an Vitaminen und Mineralien ist.

Im Vergleich mit dem Kopfsalat enthält die Brennnessel 10x so viel Calcium, 7x so viel Eisen und Magnesium und fast doppelt so viel Kalium.

Bekannt ist sicherlich die Brennnesseljauche, sie ist ein sehr effektives

Düngemittel für das Gemüsebeet und Ihre Tomaten, beim Pflanzen einfach ins Pflanzloch geben und sie gedeihen prächtig. Sie wird zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt und Ihre Zimmerpflanzen freuen sich auch über sie. Aber vorsichtig mit der Dosierung, die Brennnesseljauche ist sehr stark (10L. Wasser auf 1/2L. Brennnesseljauche)

Um fit in den Tag zu kommen hier ein Morgentrunk: eine Hand voll Brennnesselblätter, ein paar Nüsse, eine Kiwi oder Banane, mit etwas Obstsaft im Mixer mixen.

Wohl bekomms!

Natürliche Chips: Brennnesselblätter in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten, sehr lecker zu einer Suppe oder vor dem Fernseher.

Brennnessel-Omelett gefüllt mit Pilzen oder Hackfleisch, oder ganz einfach

Brennnessel mit Zwiebeln und Knoblauch in Butter angedünstet, mit Salz, Pfeffer und ein wenig Muskat gewürzt, einen ordentlichen Klecks Creme Fraiche und fertig ist das Gemüse. Eine Variante: mit Speck und Weisswein. Passt gut zu Kartoffeln oder Fisch.

Die Brennnesselsamen sind eine Schatztruhe wertvollster konzentrierter Mineralien, Vitamine und Phytohormone. Sie regen die Körperfunktionen an und helfen bei chronischer Müdigkeit und Leistungsschwäche.

Über die Brennnessel gäbe es noch viel zu erzählen, wie Rudolf Steiner schon sagte:

“Ein Allerweltskerl“

Auf dem Blog: "Pflanzenporträt" finden Sie noch ein paar mehr Rezepte und Anregungen!


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