• silvia1479

Pflanze des Monats September 2020 - Tabak


Nicotiana tabacum

Tabak ist eine Pflanzengattung in der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Wie Kartoffeln (keine Süsskartoffeln), Tomaten, Auberginen, Paprika usw. In der Schweiz sind die Haupt-Anbaugebiete die Kantone Waadt und Freiburg, 322 der bepflanzten Hektaren befanden sich 2019 in dieser Region. Tabakfelder gab es darüber hinaus in den Kantonen Jura, Zürich, Thurgau, Aargau, Bern und Schaffhausen, wie Swiss Tabac schreibt. 30 Prozent der Weltbevölkerung raucht heute Tabak, die weltweite Rohtabakernte beträgt sieben Millionen Tonnen. Die Tabakpflanze wurde in Amerika von den Maya spätestens seit dem 10. Jahrhundert rituell konsumiert. Im Jahr 1492 wurde Christoph Columbus bei Ankunft in der neuen Welt getrockneter Tabak präsentiert. Jean Nicot (1530-1604), französischer Gesandter am portugiesischen Hof, brachte um 1560 Tabakblätter und -samen aus Portugal nach Frankreich. Er empfahl diese noch recht unbekannte Heilpflanze Katharina von Medici erfolgreich als Mittel gegen ihre Migräne. Ihm zu Ehren erhielt der Tabak den wissenschaftlichen Namen Nicotiana tabacum. Das Wort Tabak stammt vom indianischen „tabagos“, womit die mittelamerikanischen Einwohner Ende des 15. Jahrhunderts die zusammengerollten Tabakblätter, als Rauchrohr bezeichneten. Tabak hat bis heute bei den Ureinwohnern Amerikas einen heiligen Status und kultische Funktion. Schamanen rauchen, schnupfen, kauen oder trinken die Blätter begleitend zu anderen Pflanzen, versetzen sich damit in einen Rausch und fragen die Götter um Rat. Zu Zeiten der Maja, Inka und Azteken war diese Pflanze der Götter allein den Priestern vorbehalten. Mexikanische Medizinmänner und Priester trugen am Gürtel einen Tabakbeutel als Zeichen ihres Ranges. Mit Tabak als Vermittler zwischen Erde und geistiger Welt beräucherte ein Priester jedes Neugeborene und seine Mutter. Erst in späterer Zeit war es der normalen Bevölkerung erlaubt, Tabak zu rauchen. Diese neue Art des Konsums besass in Europa keinen Namen. Mit Begriffen wie Rauchtrinken, Tabaktrinken oder auch Sauferei des Nebels umschrieb man bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts die neue Mode.

1828 wurde das Tabakalkaloid, Nicotin, von Karl Ludwig Reimann und Wilhelm Heinrich Christian Posselt entdeckt. In geringen Dosen regt Nicotin das vegetative und sympathische Nervensystem an. Die Homöopathie verwendet potenzierte Tabak-Zubereitungen. Sie helfen gegen Muskelkrämpfe, Seekrankheit, verschiedene Schmerzzustände und Epilepsie. In China gilt Tabak als Mittel gegen Würmer. Die Azteken setzten Tabak zur Linderung von Schmerzen, Hunger, Müdigkeit und zur Behandlung schwer heilender Wunden ein. Bis ins 17. Jahrhundert hatte Tabak eine Bedeutung als Heilpflanze in der Augenheilkunde. Tabakarten und -sorten werden auch als Schmuckpflanzen angebaut. Unter diesen gibt es Wildarten wie den bis zu 1,7 m hohen, nachts stark duftenden Wald-Tabak (Nicotiana sylvestris) mit langen weissen Blütenröhren oder die vielen Sorten des Ziertabaks Nicotiana x sanderae, einer Kreuzung aus dem rotblühenden Nicotiana forgetiana und dem weissblühenden Nicotiana alata. Aus dieser Kreuzung entstanden Nachkommen in vielen Farbtönen und in unterschiedlichen Wuchshöhen, teils immerduftend, teils nachtduftend oder auch ohne Duft. Der „Scharlachkönig“ ist eine dunkel scharlachrot blühende, etwa 60 cm hohe Sorte. In Herrenparfüms werden Tabaknoten gerne eingesetzt. Aus den Blättern der Tabakpflanze wird das Resinoid extrahiert, das einen starken, süss-warmen und aromatischen Tabakduft verströmt. Es gibt auch seltene Varianten der Tabakblüte. In maskulinen Parfums werden gerne liebliche, moosige, holzige und honigartige Tabaknoten eingesetzt, die den Duftkompositionen eine reichhaltige Milde verleihen. Für diese Dufterlebnisse geht Mann/Frau gerne mal in eine Parfümerie.


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