• silvia1479

Brennnessel


Urtica dioica

Heilpflanze, Nesseltuch und Düngemittel alles in einem. Sie ist schon seit dem Altertum als Heilpflanze bekannt. Ob Hippokrates,

Hildegard von Bingen oder Hieronymus Bock – sie alle verordneten die brennende Pflanze bei den unterschiedlichsten Beschwerden. Eine Anwendungsweise war beispielsweise rheumakranken Patienten mit frischen Brennnesselzweigen zu schlagen. Durch die Hiebe und das Brennnesselgift kam es zu einer angenehmen Erwärmung und Rötung der betroffenen Hautpartien, die für eine Weile den Rheumaschmerz in den Hintergrund treten liessen. Heute wird die Pflanze überwiegend zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und Prostatavergrösserungen eingesetzt sowie für Frühjahrskuren, die die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben, entschlacken und das Blut reinigen sollen.

Während der Stillzeit zur Anregung der Milchbildung und als natürliches Mittel zur Erfrischung und Belebung der Kopfhaut bei Schuppen und Haarausfall. Sie sind auch eine gute Medizin für das Vieh. Die meisten Gärtner betrachten sie nur als lästiges Unkraut.

Ihre guten Eigenschaften als Heilpflanze, kostenloser Düngelieferant und Gemüse für die Küche machen sie aber sehr wertvoll für Garten und Menschen. Brennnesseln zeigen stickstoffhaltige Böden an und sind wichtige Futterpflanzen für Schmetterlinge wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Landkärtchen, Admiral und Zitronenfalter. Aus dem Stängel kann man Textilfasern herstellen, da er ähnlich wie der Lein sehr lange und feste Bastfasern besitzt. Sie sind so faserig, dass man sie früher zu Garn versponnen und dann zum Weben verwendet hat. Sie sind wahrscheinlich die ersten Pflanzen, die in Europa versponnen wurden. Die Stängel wurden zum Faulen in den Bach gelegt, dann hat man die bastartigen Fasern gebündelt, geklopft, gekämmt und versponnen. Noch immer wird daraus der Stoff für Leinenhemden oder auch feinster dünner „Nesselstoff“ gewebt. Dieser feine Stoff wurde früher ausschliesslich für die besten Halstücher verwendet.

Man sollte die Brennnessel mit Handschuhen pflücken, aber wird man dennoch gestochen helfen Spitzwegerichblätter, einfach auf der Haut zerreiben bis der Pflanzensaft austritt.

Bei der Brennnessel brennen nur die feinen Haare an der Blattunterseite, sie verlieren ihre schmerzhafte Wirkung schon beim Waschen, auf jeden Fall aber beim Blancieren. Frisch im Salat einfach klein schneiden. Man sollte sich durch das Brennen nicht abschrecken lassen, wenn man bedenkt wie gross der Reichtum an Vitaminen und Mineralien ist. Im Vergleich mit dem Kopfsalat enthält die Brennnessel über 10 mal soviel Calcium, 7 mal soviel Eisen und Magnesium und fast doppelt soviel Kalium. Bekannt ist sicherlich die Brennnesseljauche, sie ist ein sehr effektives Düngemittel für das Gemüsebeet, man kann sie zur Schädlingsbekämpfung einsetzen und auch für Zimmerpflanzen benutzen. Aber vorsichtig mit der Dosierung, die Brennnesseljauche ist sehr stark. (10L. Wasser auf 1/2L. Brennnesseljauche) Um fit in den Tag zu kommen hier ein Morgentrunk: eine handvoll Brennnesselblätter, ein paar Nüsse, eine Kiwi oder Banane, mit etwas Obstsaft im Mixer mixen. Wohl bekomms! Natürliche Chips: Brennnesselblätter in einer Pfanne kurz anrösten, sehr lecker zu einer Kürbissuppe.

Für ein Apero: Brennnessel im Bierteig (siehe Rezepte) Brennnessel-Omelett gefüllt mit Pilzen oder Hackfleisch, oder ganz einfach Brennnessel mit Zwiebeln und Knoblauch in Butter angebraten, mit Salz, Pfeffer und ein wenig Muskat gewürzt, einen ordentlichen Klecks Creme Fraiche und fertig ist das Gemüse. Eine Variante: mit Speck und Weisswein. Passt gut zu Kartoffeln oder Fisch. Geröstete Brennnessel-Samen: man kann sie roh essen, im Salat oder auf dem Butterbrot, aber geschmackvoller schmecken sie geröstet. Sie schmecken nussig, nach Leinsamen oder Sesam. Sie werden in einer Pfanne ohne Öl oder Fett geröstet, immer wieder rühren, damit nichts anbrennt. Einige Samen lösen sich schon bald, man nimmt die Pfanne vom Herd und löst die Samen von den noch grünen Teilen, mit dem Rest kann man einen 2.Röstvorgang machen. Sie sind ganz lecker über Salat, im Rührei, im Müsli und es gibt noch vielerlei zum Ausprobieren. Eine Variante: Brennnessel-Samen-Honig, ganz einfach: Samen mit dem Honig vermischen, ein leckerer, kräftiger Brotaufstrich für den Morgen!

Aus den Brennnesseln lässt sich ein wunderbares Brennnesselsalz herstellen, da schmeckt das Frühstücksei gleich besser, die Samen eignen sich ebenfalls für ein Salz - Brennnesselsamensalz.

Sie ist eine so vielfältige Pflanze, bekommen Sie nicht Lust einiges mit ihr auszuprobieren?



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